Ashwagandha – eine uralte Heilpflanze neu entdeckt

Ashwagandha (Withania somnifera) ist auch unter dem Namen ‚Indische Winterkirsche‘, ‚Schlafbeere‘ oder ‚Indischer Ginseng‘ bekannt. Gerade letztere Bezeichnung deutet schon auf die Wirkungen hin, die Ashwagandha als Heilpflanze zugeschrieben werden.

Ashwagandha ist unter anderem in Indien beheimatet und wird dort traditionell zur Behandlung unterschiedlicher Leiden eingesetzt.
Ashwagandha ist unter anderem in Indien beheimatet und wird dort traditionell zur Behandlung unterschiedlicher Leiden eingesetzt. © Pixabay.com ©Manuel_Edelmann CC0 Public Domain

Ashwagandha ist ein immergrüner Strauch, der vor allem in Indien, Afrika und bestimmten Gebieten des Nahen Ostens beheimatet ist. In der ayurvedischen Medizin wird es bereits seit langem verwendet, um Energien zu steigern und die Gesundheit im Allgemeinen zu verbessern. Darüber hinaus soll es gegen Entzündungen, Schmerzen und auch gegen Stress wirken.

Traditionelle Verwendung von Ashwagandha

Im Ayurveda, der traditionellen indischen Medizin, wird Ashwagandha seit Jahrhunderten als Rasayana verwendet. Das bedeutet, dass es helfen soll, Jugend und Vitalität zu erhalten – sowohl auf geistiger als auch auf physischer Ebene. Die Wurzel des Ashwagandhas gilt unter anderem als Tonikum, Aphrodisiakum, Narkotikum und Stimulans.

Ashwagandha wird unter anderem bei folgenden Problemen eingesetzt:

  • Stress
  • Angstzustände
  • Müdigkeit
  • Schmerzen
  • Arthritis
  • Entzündungen
  • Immunschwäche
  • Schlafstörungen
  • Hormonelles Ungleichgewicht
  • Demenz

Für die unterschiedlichen Behandlungen werden verschiedene Teile der Pflanze verwendet, vor allem jedoch die Wurzeln und die Blätter. Ashwagandha kann dabei in unterschiedlicher Form verabreicht werden. Üblich ist zum Beispiel die Anwendung von  Ashwagandha als Pulver, in Kapselform oder als Tee.

Übrigens: ‚Ashwa‘ bedeutet Pferd. Die Pflanze hat ihren Namen, weil ihre Wurzeln nach Pferd riechen. Bei ihrem Verzehr soll die Kraft des Tieres auf den Menschen übergehen. Daher wird Ashwagandha in der traditionellen indischen Medizin gerne untergewichtigen Kindern und altersschwachen Menschen verabreicht.

Aktuell wächst die Beliebtheit der Heilpflanze, weil sie zudem als Adaptogen, als natürliches Mittel gegen Stress gilt. Es wird angenommen, dass Ashwagandha dazu beiträgt, den Spiegel des Stresshormons Cortisol zu senken. Daher wird der Pflanze auch eine Wirkung gegen Angstzustände und Depressionen nachgesagt.

Ashwagandha gegen Stress

Bei anhaltender psychischer und / oder physischer Belastung bleibt der Spiegel des Stresshormons Cortisol erhöht. Die kann langfristig zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen wie Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und Angstzuständen führen. Auch Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes können sich infolge von dauerhaftem Stress entwickeln.

Studien zu Ashwagandha deuten darauf hin, dass der Wurzelextrakt der Pflanze den Cortisolspiegel merklich senkt. Angstzustände und Schlaflosigkeit nahmen bei den Studien-Probanden ab. Auch das subjektive Stressempfinden sank. Darüber hinaus wurde in einer weiteren Studie festgestellt, dass nicht nur der Cortisolspiegel bei der Einnahme von Ashwagandha sinkt, sondern auch das Anti-Stress-Hormon DHEA vermehrt ausgeschüttet wird.

Tierstudien deuten zudem darauf hin, dass der Wurzelextrakt auch eine angstlösende Wirkung besitzt. Diese soll vergleichbar sein mit herkömmlichen beruhigenden Medikamenten.

Viele Studien über Adaptogene sind klein und in ihrem Umfang begrenzt, so dass es nicht viele klinische Daten gibt, die die verschiedenen potenziellen Vorteile von Adaptogenen wie Ashwagandha für den Körper belegen. Allerdings werden sie schon seit Hunderten von Jahren in der traditionellen Medizin verwendet werden.

Innere Balance und Ausgeglichenheit – Ashwagandha erfreut sich nicht zuletzt aufgrund seiner Wirkungen gegen Stress großer Beliebtheit.
Innere Balance und Ausgeglichenheit – Ashwagandha erfreut sich nicht zuletzt aufgrund seiner Wirkungen gegen Stress großer Beliebtheit. © Pixabay.com ©lograstudio CC0 Public Domain

Ashwagandha für einen besseren Schlaf

Ashwagandha ist im Deutschen nicht umsonst unter dem Namen Schlafbeere bekannt. Der beruhigende Effekt des Ashwagandhas soll sich nicht zuletzt positiv auf die Schlafqualität auswirken. Es wird vermutet, dass dieser sich durch den Einfluss der Schlafbeere auf das sogenannte GABA-System ergibt.

Ashwagandha zur Stärkung des Immunsystems

Die Indische Winterkirsche soll nicht zuletzt auch das Immunsystem im Allgemeinen stärken. Ashwagandha enthält Steroidlacton Withanolid A. In einer Tierstudie konnte festgestellt werden, dass dieser Pflanzenstoff die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützt. Ein wässriges Extrakt aus der Pflanze erhöhte bei Mäusen die Immunglobuline – vor allem die Immunglobuline G und M. Darüber hinaus verhindert Ashwagandha eine stressbedingte Reduktion der Immunantwort und wirkt Entzündungen entgegen.

Ashwagandha für das Gedächtnis

Nicht nur für das physische Wohlbefinden, auch für die kognitive Leistungsfähigkeit soll Ashwagandha gewinnbringend sein. Studien weisen auf positive Effekte des pflanzlichen Mittels bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und auch bei gesunden Menschen hin. Es ist davon auszugehen, dass diese Effekte mit dem Schutz der Nervenzellen vor Stress sowie einer Anregung der Neurogenese in Verbindung stehen.

Ashwagandha Nebenwirkungen

Ashwagandha kann zahlreiche Vorteile für die Gesundheit haben – vom Stressabbau bis hin zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten. Doch wie bei vielen pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln und pharmazeutischen Medikamenten kann es auch bei der Einnahme von Ashwagandha zu Nebenwirkungen kommen. Möglich sind beispielsweise Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme. Wer daher sicher gehen will, welches Präparat das Richtige für ihn ist und welche Dosierung sich empfiehlt, bespricht sich am besten mit seinem Arzt.

Da es zudem noch keine Studien und Daten zur Einnahme von Ashwagandha in Schwangerschaft und Stillzeit gibt, wird in diesem Zeitraum von der Einnahme abgeraten.

Einnahme von Ashwagandha

Spricht aus medizinischer Sicht nichts gegen die Einnahme der Schlafbeere, lautet die allgemeine Empfehlung in der Regel, den Pflanzenextrakt vor den Mahlzeiten einzunehmen. Wer mit Ashwagandha gegen einen schlechten Schlaf vorgehen möchte, sollte das Mittel kurz vor dem Zubettgehen einnehmen.

Es braucht allerdings ein wenig Geduld, bis sich die Wirkung des Ashwagandhas bemerkbar macht. Mehrere Tage bis einige Wochen kann es dauern, bis man eine Veränderung spürt. Dies ist bei pflanzlichen Mitteln allerdings nicht ungewöhnlich.

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