10 Dinge, die Sie noch nicht über Wein & Gesundheit wussten

  • WeinWein © unsplash.com, Elle Hughes

Ob als kleines Gläschen Wein zum Essen oder als perfekte Ergänzung zu einem ruhigen Abend mit einem guten Buch: Wein hilft vielen Menschen beim Entspannen und trägt häufig erheblich zum eigenen Wohlbefinden bei – wenn da nicht das schlechte Gewissen wäre. Wir haben in diesem Artikel zehn interessante Infos rund um die Themen Wein und Gesundheit für Sie zusammengestellt, die Sie bestimmt noch nicht kannten.

1. Wein verlängert das Leben

Dieses Statement ist zwar durchaus bekannt, doch immer noch halten viele Menschen diese Aussage für einen Mythos. Obwohl bestimmt auch einige Ärzte dabei den Kopf schütteln werden, so belegt eine Langzeitstudie aus den Niederlanden doch, dass ein geringer Alkoholkonsum die Lebenserwartung erhöhen kann. Für Männer, die regelmäßig Wein in geringen Maßen konsumierten, war die Lebenserwartung demnach ganze fünf Jahre länger als für Menschen, die keine alkoholischen Getränke zu sich nahmen.

Zu erwähnen ist auch, dass nicht nur die niederländische Studie den besagten Effekt festgestellt hat. Mittlerweile wurden mehrere Forschungsergebnisse zu dieser Thematik veröffentlicht, die zum selben Schluss kommen: Geringe Mengen an Wein erhöhen die Lebenserwartung – zumindest bei Männern – erheblich.

Allerdings sollte an dieser Stelle auch darauf verwiesen werden, dass andere Studien dieser Annahme widersprechen. Grundsätzlich gilt also: Den Weinkonsum besser nicht übertreiben. Mehr als ein halbes Glas am Tag für Männer und mehr als ein Achtelliter für Frauen sollte es dann doch nicht sein.

2. Rotwein verringert das Risiko für Herzinfarkte

Die erwähnte lebensverlängernde Wirkung des Weins ist laut Forschern unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Risiko für Herzinfarkte und andere kardiovaskuläre Krankheiten durch den Weinkonsum gesenkt wird. Das gilt hauptsächlich für Rotwein, weniger für Weißwein.

Grund dafür sind die in Rotwein häufig vermehrt enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe. Die Menge an den sogenannten Antioxidantien ist allerdings abhängig von Rebsorte, Herstellungsprozess und Erntezeit. Es ist also durchaus möglich, dass auch Weißwein diese gesunden Stoffe enthält, bei Rotwein ist es aber wahrscheinlicher.

Weintrauben © unsplash.com, Maja Petric

3. Französische und sardische Rotweine sind gesünder

Übrigens ist nicht jeder Rotwein gleich gesund: Wie britische Forscher in einer Untersuchung festgestellt haben, sind Rotweine aus den südwestlichen Teilen Frankreichs wie etwa dem Bordeaux oder Sardinien wesentlich gesundheitsfördernder als Weine, die beispielsweise aus Deutschland, Australien oder den USA kommen. Dieser Umstand ist darauf zurückzuführen, dass in diesen Regionen besonders häufig traditionelle Herstellungsmethoden angewendet werden, die die sekundären Pflanzenstoffe wie Procyanidin besonders gut erhalten. Am Ende tragen sie auch zum typischen Charakter bei, für den diese Weine bekannt sind.

4. Wein ist möglicherweise der Grund für das Französische Paradox

Das Französische Paradox ist eine Bezeichnung für den Umstand, dass Franzosen angeblich eine deutlich höhere Lebenserwartung aufweisen als etwa Deutsche oder Amerikaner.

Obwohl in diesen Regionen viel geraucht wird und viel Fett- und Alkohol konsumiert wird, ist das Herzinfarktrisiko für Franzosen dennoch deutlich geringer als für andere westliche Länder. Einige Forscher gehen davon aus, dass dieser Umstand auf den hohen Rotweinkonsum in Frankreich zurückzuführen ist.

5. Wein hilft gegen Alzheimer und Demenz

Seit 1997 in erstmals die Theorie aufgestellt wurde, dass Weintrinker über ein deutlich geringeres Risiko verfügen, an Alzheimer oder Demenz zu erkranken, wurden in den darauffolgenden Jahren zahlreiche Studien zu diesem Thema durchgeführt.

Die Ergebnisse ähneln sich dabei vor allem in einem Punkt: Das niedrigere Risiko kann in den meisten Untersuchungen tatsächlich nachgewiesen werden, selbst wenn sich die prozentualen Angaben unterscheiden. Ein moderater Weinkonsum erwies sich dabei übrigens als besonders wirksam.

6. Das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt

Frankreich ist als Weinland bekannt und beliebt und hier liegt auch das größte Anbaugebiet weltweit: Das Bordeaux. Seit der Zeit des antiken Roms wird hier Wein kultiviert. Dank der vorteilhaften Lage nahe der Atlantikküste wurde der Handel mit dem Rebsaft früh ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Vor allem seit der Besatzungszeit durch die Briten im 12. Jahrhundert erlebte der Weinbau eine neue Blütezeit.

In seiner wechselvollen Geschichte hat sich der Charakter des typischen Bordeaux-Weines jedoch immer wieder verändert. Zu frühen Zeiten war der Wein eher hell und leicht und nicht für eine längere Lagerung geeignet. Erst durch die Entdeckung des Schwefelns zum Haltbarmachen wurden die roten Weine gehaltvoller und dunkler. Eine möglichst hohe Qualität galt für die Winzer der Region immer schon als Leitbild, um gleichfalls hohe Preise erzielen zu können.

7. Weißwein oder Rotwein: die deutschen Trinkvorlieben

Wie der Deutschen Wein Statistik 2018/2019 des Deutschen Weininstituts (DWI) zu entnehmen ist, trinken Weintrinker hierzulande geringfügig mehr Rotwein als Weißwein. Während das Verhältnis zwischen Weiß- und Rotwein im Handel mit 42,7 zu 47,6 Prozent eigentlich relativ ausgewogen ist, zeigt sich doch, dass Weißwein immer mehr im Kommen ist.

2013 lag der Anteil an Weißwein noch bei 38,7 Prozent und stieg seither jährlich geringfügig weiter an, was vermutlich auf den geringeren Kaloriengehalt des Getränks zurückzuführen ist. Angesichts der oben genannten gesundheitlichen Vorteile von Rotwein sollte dieser Trend allerdings vielleicht nochmal überdacht werden – trotz schlanker Linie.

8. Alkohol erhöht das Risiko für Krebs

Trotz der erwiesenermaßen positiven Auswirkung von geringem Weinkonsum auf das Herz-Kreislauf-System, gibt es aber auch andere Studien, die darauf hindeuten, dass Alkohol – und damit auch Wein – das Risiko für Krebs erhöht. Bei der European „Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ (EPIC), an der auch die WHO mitwirkt, wurde regelmäßiger Alkoholkonsum neben Rauchen und übermäßigem Körperfett im Bauchraum als großer Risikofaktor für Krebs identifiziert. Das betrifft vor allem gewisse Krebsarten wie Kehlkopf- oder Darmkrebs oder Krebs an der Leber.

Auch von Seiten des Krebsinformationsdienstes (KID) wird daher eine geringe Verzehrmenge empfohlen, die einen Viertelliter Wein pro Tag nicht übersteigt.

Rotwein

Rotwein © unsplash.com, Kelsey Knight

9. Warum auf die Gesundheit getrunken wird

Während bei Bierliebhabern häufig „Prost“ oder „Prosit“ getrunken und anschließend angestoßen wird, ist dies bei Weintrinkern eher unüblich. Doch in vielen Runden wird dennoch häufig auf die Gesundheit getrunken. Diese Angewohnheit geht angeblich auf einen mittelalterlichen Brauch zurück.

Durch das Trinken auf die Gesundheit, bei dem mit seinem Trinkpartner angestoßen wurde, sollten sich einige Tropfen der jeweiligen Getränke vermischen. Dadurch sollte verhindert werden, dass einem ein vergiftetes Getränk vorgesetzt wurde. Aller Wahrscheinlichkeit ist dies zwar nur ein Mythos, doch die Geschichte ist dennoch eine nette Anekdote für den nächsten Umtrunk.

 10. Frauen durften im alten Rom keinen Wein trinken

Dass Weinkonsum – egal wie moderat er ausgeführt wird – nicht immer mit gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht werden konnte, zeigt dieser interessante Fakt aus der Geschichte: Im alten Rom war es Frauen verboten, reinen Wein zu trinken – und darauf stand sogar die Todesstrafe.

Das Verbot des Weinkonsums war einerseits vermutlich auf den Ausschluss aus dem Opferdienst zurückzuführen, bei dem reiner, unvermischter Wein gereicht wurde. Andererseits wurde das Trinken von Wein als Vorstufe zum Ehebruch gesehen. Eine Frau, die trank, verlor schneller die Kontrolle über sich. Um Vorfälle zu vermeiden, die dem Ansehen der jeweiligen Familie geschadet hätten, wurde dementsprechend genau überprüft, ob die Frau eine Trinkerin war.

Im alten Rom gab es zu diesem Zweck das sogenannte ius osculi, das Recht auf einen Kuss. Durch diesen Kuss sollte anhand des Geschmacks und Geruchs festgestellt werden, ob die Frau Wein konsumiert hatte. Äußerte ein Mann seinen Verdacht, wurde dieser von seinen Verwandten überprüft. Bestätigte sich die Vermutung, dass seine Frau getrunken hatte, hatte er das Recht, sie zu töten.

Laut Paläontologe Alberto Angela war dies zwar schon zu Beginn der Kaiserzeit nicht mehr üblich, wurde aber vereinzelt noch ausgeführt. Die Frau wurde als Bestrafung für ihren Weinkonsum beispielsweise in ein Zimmer gesperrt und musste dort verhungern oder wurde zu Tode geprügelt. In anderen Fällen wurde die Frau lediglich verstoßen.
Solche Praktiken sind heute glücklicherweise Geschichte und Männer und Frauen können gemeinsam mit einem Glas Wein anstoßen.


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